Bava Batra 264

Kapitel 264

א ומקולי כתובה שנו כאן
1 Hier lehrten sie also von den Erleichterungen bei der Morgengabe.
ב תנן ר' יוסי אומר אם קבלה עליה אע"פ שלא כתב לה אבדה כתובתה מכלל דת"ק סבר כתיבה וקבלה בעי
2 – Wir haben gelernt: R. Jose sagt, war sie damit einverstanden, so hat sie ihre Morgengabe verloren, auch wenn er ihr nichts verschrieben hat. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, es sei Verschreibung und Einverständnis erforderlich!?
ג וכי תימא כולה ר' יוסי היא והא תניא אמר רבי יהודה אימתי שהיתה שם וקבלה עליה אבל היתה שם ולא קבלה עליה קבלה עליה ולא היתה שם לא אבדה כתובתה תיובתא דכולהו תיובתא
3 Wolltest du erwidern, die ganze [Mišna] sei von R. Jose, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie zugegen war und damit einverstanden, wenn sie aber zugegen war und nicht einverstanden, oder wenn sie einverstanden war und nicht zugegen, so hat sie ihre Morgengabe nicht verloren. Dies ist eine Widerlegung aller [Erklärungen]. Eine Widerlegung.
ד אמר ליה רבא לרב נחמן הא רב הא שמואל הא ר' יוסי בר' חנינא מר מאי סבירא ליה א"ל שאני אומר כיון שעשאה שותף בין הבנים אבדה כתובתה
4 Raba sprach zu R. Naḥman: Da ist Rabh, da ist Šemuél, da ist R. Jose b. Ḥanina, welcher Ansicht ist der Meister? Dieser erwiderte: Ich erkläre: da er sie zur Mitbeteiligten mit den Söhnen gemacht hat, so hat sie ihre Morgengabe verloren.
ה איתמר נמי אמר רב יוסף בר מניומי אמר רב נחמן כיון שעשאה שותף בין הבנים אבדה כתובתה
5 Es wurde auch gelehrt: R. Joseph b. Mintomi sagte im Namen R. Naḥmans: Da er sie zur Mitbeteiligten mit den Söhnen gemacht hat, so hat sie ihre Morgengabe verloren.
ו בעי רבא בבריא היאך מי אמרינן בשכיב מרע הוא דידעה דלית ליה וקמחלה אבל בבריא סברה הדר קני או דלמא השתא מיהת לית ליה תיקו
6 Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Gesunden: sagen wir, dies gelte nur von einem Sterbenskranken, denn da sie weiß, daß er nichts mehr haben wird, habe sie verzichtet, bei einem Gesunden aber nehme sie an, er kann später andere [Güter] erwerben, oder aber, jetzt besitzt er nichts mehr? – Dies bleibt unentschieden.
ז ההוא דאמר להו פלגא לברת ופלגא לברת ותילתא לאיתת בפירי איקלע רב נחמן לסורא עול לגבי רב חסדא אמר ליה כי האי גוונא מאי אמר ליה הכי אמר שמואל אפילו לא הקנה לה אלא דקל אחד לפירותיו אבדה כתובתה
7 Einst traf jemand folgende Verfügung: Die Hälfte der einen Tochter, die Hälfte der anderen Tochter und ein Drittel der Früchte der Frau. R. Naḥman traf dann gerade in Sura ein und R. Ḥisda besuchte ihn; da fragte er ihn, wie es sich bei einem solchen Falle verhalte. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: selbst wenn er ihr nur eine Dattelpalme zum Nießbrauche zugeeignet hat, hat sie ihre Morgengabe verloren.
ח אמר ליה אימור דאמר שמואל התם דאקני לה בגופה דארעא הכא פירא הוא אמר ליה מטלטלי קא אמרת מטלטלי ודאי לא קא אמינא
8 Dieser entgegnete: Šemuél sagte dies nur von jenem Falle, wo er ihr etwas vom Boden selbst zugeeignet hat, hierbei aber sind es ja nur Früchte. Jener erwiderte: Du sprichst also von beweglichen Sachen, von beweglichen Sachen habe ich dies entschieden nicht gesagt.
ט ההוא דאמר להו תלתא לברת ותלתא לברת ותלתא לאיתת שכיבא חדא מבנתיה סבר רב פפי למימר לא שקלא אלא תלתא
9 Einst traf jemand folgende Verfügung: Ein Drittel der einen Tochter, ein Drittel der anderen Tochter und ein Drittel der Frau. Hierauf starb eine von den Töchtern. R. Papi wollte entscheiden, daß sie nur ein Drittel erhalte,